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Diagnose ich komme oder auch nicht…

Nach erneutem Rauswurf aus der Notaufnahme quälte ich mich nun einige Kilometer zurück und fasste den Entschluss, dass ich es hier nicht mehr alleine schaffen würde. Zuhause packte ich halbwegs meine Sachen, schmiss alles irgendwie in den Kofferraum und fuhr mit dem Auto in die Heimat. „Ich habe ja nichts, also wird das schon irgendwie geh’n.“ dachte ich. Die erste Stunde Autobahn verkraftete ich auch ganz gut, ein bisschen doof war mir, aber sonst… Dann wurde es rasant schwieriger,  wahnsinnige Rückenschmerzen quälten mich und ich verkrampfte zunehmend. Kurz vor Rostock wurde mir  kurzzeitig schwarz vor Augen und ich fuhr auf eine Raststätte. [Im Nachhinein würde ich sagen, dass es sehr leichtsinnig war, aber dennoch blieb mir gar keine andere Wahl als nach hause zu fahren.] Es wurde bereits dunkel, ich wusste dass ich eine weitere Stunde niemals fahren könnte und rief erneut zuhause an. Da meine Ma kein Auto besitzt, wurde eine Telefonkette in Gang gesetzt und meine Tante und Onkel auf den Weg mich dort abzuholen. Ich konnte allerdings auch nicht noch über eine Stunde auf der Raststätte stehen. Mir wurde kalt und das Warten machte mich eher fertig als dass es half. Ich tuckerte weiter! Wenigstens die Autobahn wollte ich verlassen. Raststätte für Raststätte, Ausfahrt für Ausfahrt. Ich weiß nicht wie, aber ich kam noch ein gutes Stück voran,  an einer Bushaltestelle in einem kleinen Dorf hielt ich erneut, eine in der Nähe gelegene Stadt erreichte ich dann auch noch. Hier war endgültig Schluss. Neben einer Tankstelle stand oder besser gesagt lag ich im Auto mit wahnsinnigem Druck im Kopf und furchtbaren Rückenschmerzen. 40 Minuten später war ich zuhause.

Als hätte das bisher nicht schon gereicht, wurde es daheim dann noch schlimmer. Ich hatte zahlreiche, furchtbare Nächte  in denen ich schreckhaft mit einem Brennen des kompletten Rückens/Wirbelsäule, Schwindel, Hitzewallungen, Kopfschmerzen und einem im Keller befindlichen Kreislauf, mit Schweiß durchtränkt, aufgewacht bin. Meine Beine trampelten willkürlich vor sich her, sodass sich sogar meine Ma zeitweise draufsetzen musste um sie halbwegs ruhig zu stellen. Teilweise ging es dann nur noch mit Beruhigungstropfen, die Nächte machten mir Angst. Am tag nervten mich dann wieder der Rücken, Kopf, Arm und Beine, eigentlich alles. Ich wurde immer schwächer. Ein weiterer Besuch bei meiner damaligen Hausärztin musste her. Schon auf dem Weg zu Ihr machten meine Beine bereits an jeder Ampel schlapp. Ich musste mich festhalten und kämpfte mich Schritt für Schritt voran. In der Praxis angekommen, setzte ich mich kurz hin und dann ging gar nichts mehr. Ich wurde ins Labor begleitet und hier auf die Liege gelegt. Die Beine…naja sie spielten Theater. Nach einer Weile betrat sie den Raum. Ein recht offenes Gespräch mit dem Ergebnis einer erneuten Blutabnahme am nächsten Morgen. Sie könne mit den bestehenden Blutbildern der Krankenhäuser und Allgemeinärzte nichts anfangen hieß es. Naja wenn Sie meint, so langsam hatte ich darin ja schon Übung.

Die Zeit verging, mein Lage hatte sich noch immer nicht beruhigt. Rausgehen wurde immer schwieriger – entweder vor Schmerzen, Schwäche, Schwindel oder Druck im Kopf. Eine ganze Woche verstrich, dann gab es eine erste Diagnose. Ich habe eine EBV-Infektion! Laut Laborbefund ist der Virus vor ca. 3-4Wochen ausgebrochen und wütet nun fröhlich in mir rum. In dem Moment gingen mir so viele Dinge durch den Kopf. Ich war froh, dass nun endlich etwas gefunden wurde. Hatte irgendwie Angst, da bereits die letzten Wochen sehr schlimm für mich waren und mich der Name irgendwie an HIV erinnerte. Alle Dinge die man abkürzt, bedeuten ganz sicher irgendetwas schlimmes…

1 Comment

  • EBV-Infektion.. hoffen wir mal dass es nicht so schlimm ist wie es klingt. 😬 Zumal es ja scheinbar auch ohnehin noch nicht der Endgültige Befund ist. Schon sehr seltsam, dass sich sowas derartig in die Länge ziehen kann (das zudem noch so plötzlich aus dem nichts heraus kam) und etliche Ärzte benötigt um überhaupt mal den Ansatz einer Diagnose zu erhalten. Auch wenn es diesbezüglich vielleicht etwas makaber klingt – es bleibt spannend. Und ich hoffe die Geschichte endet mit einem Happy End! 🙏🏻

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